#DiBiAMAS Digitale Bildung in Amberg und Amberg-Sulzbach
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1-9 - Pflanzenbestimmung

Es gibt viele Apps und Funktionen des Tablets - auch mit KI, mit der Pflanzenbestimmung in der Schule kinderleicht wird. 

Unterrichtsideen

  • Kinder nutzen Tools oder KI-gestützte Bilderkennungssysteme, um Pflanzen zu bestimmen und zu dokumentieren.
  • Kinder fotografieren beim Unterrichtsgang in den Wald oder ans Gewässer vielfältige Pflanzenarten im Großformat.
  • Kinder bestimmen in der Schule die Fotos mit Hilfe der KI-gestützten Bilderkennung am mobilen Gerät oder über die Anwendung https://floraincognita.de/ (TU Ilmenau, Max-Planck-Institut)

 

Forschendes Lernen:

    •    Kinder beobachten, stellen Vermutungen, überprüfen diese mit der App, dokumentieren ihre Funde mit Datum, Ort und Foto.

 

Sprachbildung und Fachsprache

    •    Kinder schreiben Steckbriefe („Merkmale“, „Standort“, „Nutzung“).

    •    Sie lernen Fachbegriffe wie Blattrand, Stängel, Blüte, Fruchtstand und üben, Merkmale präzise zu beschreiben.

    •    Die KI liefert zunächst den Namen und Grundinfos, das Kind strukturiert diese Infos, vergleicht und formuliert in eigenen Worten – gerade für mehrsprachige Kinder ein großes Potenzial.

 

 

Beim Unterrichtsgang:

  • Fotografiere die Blüten, Blattränder, Früchte vieler Pflanzen möglichst groß mit der Zoom-Funktion.

 

Zurück in der Schule:

  • Öffne die Anwendung, z. B.:
    • Telli.schule
    • Fotos-App auf dem iPad („Info“-Symbol)
    • Flora Incognita: https://floraincognita.de/
  • Wähle dein Foto aus. Schreibe den Befehl: Bestimme die Pflanze.
  • Die KI zeigt dir den Namen der Pflanze.
  • Vergleiche: War das eure Vermutung?
  • Schreibe auf: Datum, Pflanzenname, Merkmale, Ort, Besonderheiten.

 

Sprachbildung & Forscheraufgabe: Steckbrief schreiben:

  • Erstellt zu zwei eurer bestimmten Pflanzen einen eigenen Steckbrief.
  • Verwendet die Überschriften:
    • Name der Pflanze
    • Merkmale (z. B. Blattrand, Stängel, Blüte, Fruchtstand)
    • Standort (Wo wächst sie?)
    • Nutzung (Wofür wird sie verwendet?)
    • Recherchiert in Suchmaschinen nach Besonderheiten.
  • Formuliert alles in eigenen Worten.

 

Forscherfragen:

  • Welche Pflanzen wachsen eher im Schatten, welche in der Sonne?
  • Haben Pflanzen an Gewässern andere Merkmale als Waldpflanzen?
  • Welche Blattformen könnt ihr unterscheiden?
  • Welche Pflanze kam besonders häufig vor?

 

Mit diesen Tools haben wir gearbeitet:

1. Mit der Foto-App:

Die Fotos der Pflanzen werden in der Kamera-Rolle (Blume) gespeichert. Die Kinder tippen in der App auf ihr Foto. Oben rechts erscheint beim i für Information kleine Sternchen. Das ist das Zeichen, dass die Schüler:innen nachschlagen können. 

Tippen Sie auf das "i" und danach beim Menüfenster auf "Nachschlagen", erscheint der Name der Pflanze und weitere Bilder mit Namen und Erklärungen.

2. Mit KI-Systemen wie z. B. Telli oder Fobizz-Tools

Ausgangssituation:

Ich wollte eine unbekannte Blume identifizieren, die ich im Garten gefunden hatte. Dazu fotografierte ich die Pflanze aus verschiedenen Blickwinkeln. Die KI analysierte das Bild und gab eine erste Bestimmung der Pflanze ab.

 

Schritte der Bestimmung:
  1) Sichtbarkeits-check: Die KI betrachtete die Blütenform, -farbe und die Anordnung der Blütenstände sowie die Struktur der Rosette am Boden.
  2) Vorschläge zur Identifikation: Basierend auf den Merkmalen wurde eine Wahrscheinlichkeitsabschätzung gegeben (z. B. Primula/Schlüsselblume als mögliche Gattung).
  3) Ergänzende Hinweise: Die KI schlug vor, bei Bedarf zusätzliche Merkmale zu prüfen – z. B. Blätterform, Blätteroberfläche, Feuchtigkeitsbedarf des Standorts – um die Abgrenzung zu ähnlichen Arten zu erleichtern.
  4) Unterrichtstipp: Für Lernende wurde erklärt, welche Merkmale besonders hilfreich sind, um Arten sicher zu bestimmen (Blattform, Blütenaufbau, Lebensraum).

 

Ergebnis:

Die KI identifizierte die Pflanze als Primula (Schlüsselblume) bzw. eine ähnliche Primula-Art. Sie hob hervor, dass weitere Bilder von Blättern und Fruchtständen helfen könnten, die Abgrenzung zu verwandten Arten zu verbessern.

 

Lern- und Datenschutz-Impuls:

Durch die Nutzung der KI konnte ich lernen, welche Merkmale wichtig sind, ohne sensible Daten zu teilen. Die KI bot klare, verständliche Erklärungen und machte Vorschläge, wie man im Unterricht gemeinsam genauere Bestimmungen erreichen kann.

 

Fazit:

Der KI-Unterstützung macht das Pflanzenerkennen zugänglicher und strukturierter. Sie ist besonders nützlich im Unterricht, um methodisch an die Bestimmung heranzugehen und gezielt nach zusätzlichen Merkmalen zu fragen.

 

3. Flora Incognita

4. Picture this!

PictureThis, verfügbar für iOS und Android, ist eine beliebte, aber teure Anwendung zur Pflanzenbestimmung. Bei der ersten Verwendung wird eine kurze Einführung gegeben, aber um die Anwendung in vollem Umfang nutzen zu können, wird ein Abonnement empfohlen, obwohl es einen versteckten "Cancel"-Button gibt. Ein siebentägiges Probeabonnement ist verfügbar. PictureThis ermöglicht das Hochladen von Fotos zur Bestimmung und hat sich im Test als sehr zuverlässig erwiesen, sowohl bei häufig vorkommenden Pflanzen als auch bei jüngeren Pflanzen wie Tomatensetzlingen. 

Die Anwendung bietet umfassende Informationen zu den identifizierten Pflanzen, einschließlich alternativer Namen, detaillierter Beschreibungen und verschiedener Merkmale wie Lebensdauer, Wuchshöhe und Pflegeanweisungen. Außerdem gibt es eine Weltkartenansicht zur Verbreitung der Pflanzen und eine Funktion, mit der Pflanzen in einen virtuellen Garten eingefügt werden können. Eine Besonderheit von PictureThis ist die „Diagnose“-Funktion, die Pflanzenkrankheiten identifizieren und Behandlungsempfehlungen geben kann. Darüber hinaus gibt es spezielle Funktionen, wie z.B. die Überprüfung der Giftigkeit für Haustiere.

Der Preis für den vollen Funktionsumfang inklusive unbegrenzter Identifikationen und Zugang zu allen Zusatzfunktionen beträgt 29,49 Euro pro Jahr. Diese Investition lohnt sich vor allem für Nutzer, die regelmäßig detaillierte Informationen über Pflanzen benötigen.

 

5. Seek by iNaturalist

Die kostenlose App, verfügbar für iOS und Android, ist eine Community-basierte Anwendung zur Bestimmung von Pflanzen, Insekten und Tieren. Benutzer können ein Konto erstellen, um die Community-Funktionen in vollem Umfang nutzen zu können. Nach dem Start der App können über den Reiter „Beobachtung“ Fotos, Ton- oder Textbeobachtungen hinzugefügt werden und die App liefert Vorschläge zur Identifizierung der beobachteten Pflanze. Die App unterstützt die Nutzer bei der Dokumentation ihrer Beobachtungen mit Fotos, Notizen, Datum, Ort und zusätzlichen Informationen, wie z.B. der Kultivierung der Pflanzen. Obwohl die App viele Pflanzen erkennen kann, stößt sie bei jungen Pflanzen wie Tomatensetzlingen auf Schwierigkeiten. Die Nutzer können jedoch ihre eigenen Informationen zu den Pflanzen hinzufügen, um die App zu verbessern. Auf der „Entdecken“-Seite können Nutzer die Einträge anderer Nutzer sehen, die Einblicke in die lokale Biodiversität geben. Eigene Einträge können im „Ich“-Tab gesammelt, bearbeitet und wieder angesehen werden.

Birgit Härtl, GMS Hirschau

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CC by Birgit Härtl, Stephan Tischer, CC by NC-SA 4.0